Workshop zum Thema „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung von Lebensmitteln

Bild des Benutzers Heiko Noack
Gespeichert von Heiko Noack am 8. Dezember 2016
der Parlamentarische Staatssekretär Horst Becker als Präsident des Europäischen Netzwerks der Gentechnikfreien Regionen
8. Dezember 2016

Workshop zum Thema „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung von Lebensmitteln

Das "Ohne-Gentechnik"-Siegel für Lebensmittel gibt es bereits in einer Reihe europäischer Länder. Über die Perspektive, eine solche Kennzeichnung für ganz Europa zu schaffen, wurde am 05.12.2016 im Rahmen einer Veranstaltung des Europäischen Netzwerks der Gentechnikfreien Regionen in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung diskutiert.

bislang nicht bewertet
 

Das "Ohne-Gentechnik"-Siegel für Lebensmittel gibt es bereits in einer Reihe europäischer Länder. Über die Perspektive, eine solche Kennzeichnung für ganz Europa zu schaffen, wurde am 05.12.2016 im Rahmen einer Veranstaltung des Europäischen Netzwerks der Gentechnikfreien Regionen in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung diskutiert.

Das Netzwerk spricht sich klar für einen europaweiten Standard für die "Ohne-Gentechnik"-Kennzeichnung von Lebensmitteln aus. "Verbraucherinnen und Verbraucher müssen in allen europäischen Staaten die Möglichkeit haben, gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel zu erkennen und diese Information bei ihrem Einkauf zu berücksichtigen", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Horst Becker als Präsident des Europäischen Netzwerks der Gentechnikfreien Regionen. Nur so könne letztendlich wirkliche Wahlfreiheit beim Einkauf von Lebensmitteln garantiert werden.

"Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen, dass ihre Lebensmittel ohne Anwendung und Nutzung gentechnischer Verfahren hergestellt werden", sagte Horst Becker. Erkennbar sei dies mit der derzeit geltenden europäischen Kennzeichnungsregelung für gentechnisch veränderte Lebensmittel aber nicht. So müssen Lebensmittel nur dann besonders deklariert sein, wenn sie aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen oder daraus hergestellt wurden. Es besteht jedoch keine Pflicht zur Kennzeichnung, wenn die Lebensmittel von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Auch die Verwendung von Zusatzstoffen, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt worden sind, muss nicht im Besonderen gekennzeichnet sein.

Diese Lücke in der Gesetzgebung wird schon heute in einigen Mitgliedstaaten über freiwillige "Ohne-Gentechnik"–Kennzeichnungssysteme geschlossen. Der französische Gentechnik-Experte Arnaud Apoteker, der Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik  Alexander Hissting und die Vizepräsidentin des Rates von IFOAM-EU Dorota Metera, stellten die Situation in Frankreich, Deutschland,  Österreich und Polen vor. In den drei ersten Ländern gibt es bereits Regeln für die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung tierischer und pflanzlicher Lebensmittel, in Polen werden sie derzeit entwickelt. In allen Ländern ist die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung im Aufwind  - in Österreich wird bei einigen Produkten einen Marktanteil von fast 100 % erreicht.

Die existierenden nationalen Kennzeichnungssysteme haben ähnliche Grundlagen, unterscheiden sich jedoch in den Einzelheiten, z.B. bei den genauen Regeln für die Fütterung oder den Kontrollvorschriften. Ob eine Harmonisierung erforderlich ist und auf welchem Weg sie am besten erfolgen sollte, diskutierten die kroatische Europa-Parlamentarierin Marijana Petir, Andrea Boldoni vom Landwirtschaftsministerium der Region Marche, Pauline Verrière von IFOAM-EU und Alexander Hissting in einem von Tanja Busse moderierten Panel. Die Diskutanten waren sich einig, dass eine Harmonisierung für Hersteller, Handel, Verbraucherinnen und Verbraucher deutliche Vorteile bringen würde.  Gerade für Staaten, die eine Kennzeichnung erst einführen, wäre es hilfreich, von Anfang an auf gemeinsamen Standards aufbauen zu können. Unterschiedliche Auffassungen bestanden jedoch darüber, ob die EU entsprechende Regeln als Rechtsakte erlassen solle, oder ob nicht ein von den Akteuren getragener „bottom-up“-Ansatz der bessere Weg sei.

Das Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen sieht eine klare Notwendigkeit für ein gemeinsames europäisches Konzept. Ein harmonisiertes System würde das Vertrauen der Verbraucher und gleichzeitig die gentechnikfreie Lebensmittelherstellung in der EU fördern. Das Netzwerk, in dem 64 europäische Regionen aus acht EU-Mitgliedstaaten zusammengeschlossen sind, wird die Ergebnisse der heutigen Veranstaltung aufgreifen und ein Positionspapier zum Thema veröffentlichen.

Link zu den Vorträgen:

Moving from Niche to Mass Market - Alexander Hissting
GMO-free labelling in France - Arnaud Apoteker
Labelling of GMO-free products in Poland - Dorota Metera
 

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Landesregierung

Ansprechpartner

Wenn Sie Fragen zur Arbeit der nordrhein-westfälischen Landesregierung haben, Sie sich für bestimmte Themen interessieren oder Informationsmaterial suchen, dann sind Sie genau richtig bei Nordrhein-Westfalen direkt, dem ServiceCenter der Landesregierung!

Erreichbarkeit

Kontakt

Pressestelle

KEINE ERGEBNISSE

Information

Downloads

Tastatur mit Download-Zeichen
KEINE ERGEBNISSE

Links

Zum Thema

Information