Staatssekretärin Anja Surmann überreicht Bundesverdienstorden an Dr. Ernst-Werner Strahl

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Gespeichert von Robin Teller am 19. Dezember 2016
Bundesverdienstorden an Dr. Ernst-Werner Strahl
19. Dezember 2016

Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten Anja Surmann überreicht Bundesverdienstorden an Dr. Ernst-Werner Strahl

Verdienstkreuz 1. Klasse

Die Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten, Anja Surmann, hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Ernst-Werner Strahl aus Essen (Verdienstkreuz 1. Klasse) überreicht.

 

Die Staatskanzlei teilt mit:

Die Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten, Anja Surmann, hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Ernst-Werner Strahl aus Essen (Verdienstkreuz 1. Klasse) überreicht.
Bei einer Feierstunde im Stadttor in Düsseldorf sagte die Staatssekretärin: „Der Bundespräsident hat Herrn Dr. Strahl für sein herausragendes Engagement ausgezeichnet, das ihn an die unterschiedlichsten Orte der Welt geführt hat. Er kümmert sich seit Jahrzehnten um die medizinische Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen in lebensbedrohlichen Notlagen. Als Gründungsmitglied der humanitären Hilfsorganisation Cap Anamur, als Arzt und wichtiger Impulsgeber hat er unser aller Hochachtung verdient.“
 
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
 
Der Verdienstorden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen:
Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.

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Die Laudatio im Wortlaut:

 
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!
 
Verdienstkreuz 1. Klasse (Erstauszeichnung) für
Dr. Ernst-Werner Strahl aus Essen

 
Der Theologe Carl Sonnenschein sagte einmal: „Mit Menschen in Not soll man nicht diskutieren; man soll ihnen helfen.“ Nach dieser Devise haben Sie, lieber Herr Dr. Strahl, immer gehandelt. Sie diskutieren nicht, Sie helfen! Seit Jahrzehnten kümmern Sie sich um die medizinische Versorgung von Menschen in durchaus lebensbedrohlichen Notlagen.
 
Sie gehören unter anderem gemeinsam mit dem Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll und dem kürzlich verstorbenen Rupert Neudeck zu den Gründungsmitgliedern der humanitären Hilfsorganisation „Cap Anamur - Deutsche Not-Ärzte e.V.“. Ich glaube, jeder von uns - vorausgesetzt er ist alt genug - hat noch die Bilder der hilflos in „Nußschalen“ auf dem südchinesischen Meer treibenden Menschen vor Augen. Bilder, die sich in so dramatischer Weise in den letzten Jahren im Mittelmeer wiederholen.
 
Ernst-Werner Strahl war an der Organisation und Planung der Rettungsaktionen für die vietnamesischen „Boatpeople“ von Beginn an beteiligt. Eigene Büroräume gab es für Cap Anamur am Anfang noch nicht, so wurde das heimische Wohnzimmer im Haus der Familie Strahl mehr als einmal „umgewidmet“ und zum Treffpunkt. Cap Anamur war in den folgenden Jahren und Jahrzehnten nach dem Einsatz im südchinesischen Meer auch in vielen anderen Ländern im Einsatz. Ernst Werner Strahl baute geeignete Teams für die Auslandsprojekte auf, organisierte Informationsveranstaltungen für Interessierte, Kandidatinnen und Kandidaten wurden durch ihn intensiv auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet und nach der Rückkehr betreut. Ernst-Werner Strahls Überzeugungskraft half stets dabei, weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter für humanitäre Auslandseinsätze zu gewinnen. Aber auch seine fachliche Kompetenz in medizinischen Fragen wurde nicht nur in den Einsatzländern, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der - dann schließlich zu Verfügung stehenden - Kölner Zentrale hochgeschätzt und benötigt. Insbesondere in den Bereichen Chirurgie und Pädiatrie half und hilft Ernst-Werner Strahl über alle zur Verfügung stehenden Kanäle: via Telefon, per Skype, eMail oder auch persönlich bei der Lösung schwieriger Fälle.
 
Sein Engagement führte ihn aber auch selbst ins Ausland: Nach Aus­bruch der Ebola-Epidemie in Sierra Leone, zum Beispiel, packte er sofort die Koffer, um dem dortigen Team in seiner schwierigen Lage beizustehen. In Freetown koordinierte er auch den Aufbau des einzigen Kinderkrankenhauses. In Uganda besuchte er das von Cap Anamur unterstützte Gesundheitszentrum in Soroti. Dort standen Sie, lieber Herr Dr. Strahl, als behandelnder Arzt zur Verfügung und kümmerten sich persönlich um die Weiterbildung der Einsatzkräfte vor Ort. In Somalia beteiligte sich Ernst-Werner Strahl am Aufbau einer Kinderklinik und half dort über die Anfangsschwierigkeiten hinweg. Und nach der Sturmkatastrophe auf den Philippinen war er als einer der Ersten vor Ort, der die Hilfsaktionen koordinierte und unterstützte.
 
Lieber Herr Dr. Strahl, Ihre Herzlichkeit und Aufrichtigkeit macht Sie für viele Menschen im In- und Ausland zu einer wichtigen Vertrauensperson. Bis heute - seit 2006 arbeiten Sie im Vorstand, seit einigen Jahren als Vorsitzender - vertreten Sie Cap Anamur auf Veranstaltungen, halten Vorträge vor Rückkehrerinnen und Rückkehrern, auf medizinischen Fachkongressen und in tropenmedizinischen Kursen.
 
Aber damit nicht genug. Ernst-Werner Strahl war Impulsgeber und Gründungsmitglied der Regionalgruppe Essen der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW). Er nahm an Aktionen gegen Rüstung und Atomversuche teil, organisierte Kongresse und war Referent auf zahlreichen Veranstaltungen. Auf seine Initiative hin fand in der „Zeche Zollverein“ die Ausstellung „Bombensicher“ zu den atomaren Gefahren statt. Zuletzt beteiligte er sich als Organisator und Referent an dem internationalen Kongress „Unsere Zukunft atomwaffenfrei“ in Essen.
 
Auch dem Vorstand der „Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung Essen e.V.“ hat Dr. Strahl viele Jahre angehört. Eines seiner besonderen Verdienste in diesem Engagement war es, dass deutsche Jugendliche ein freiwilliges soziales Jahr in Waisenhäusern, Kindergärten oder Behinderteneinrichtungen in Russland ableisten können. Sie, lieber Herr Dr. Strahl, haben sich nur deswegen aus der Arbeit zurückgezogen, um sich noch intensiver Ihrem Amt als Vorsitzender von Cap Anamur widmen zu können.
 
Sehr geehrter Ernst-Werner Strahl, für Ihr vielfältiges Engagement und vor allem für Ihren humanitären Einsatz für hilfsbedürftige Menschen hat der Bundespräsident Ihnen das Verdienstkreuz 1. Klasse als Erstauszeichnung verliehen. Diese hohe Auszeichnung erhalten Sie heute und ich gratuliere Ihnen dazu ganz besonders herzlich.

 

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