26.06.2015 Poetry Slam

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Poetry Slam, Berlin vs. NRW, 26.06.2015
26. Juni 2015

26.06.2015 Poetry Slam

Am Ende hatten die Hauptstädter die Nase vorn – beim ersten „Poetry Slam“ Ländergipfel zwischen NRW und Berlin am 26. Juni 2015 in der NRW-Landesvertretung trafen die Berliner Wortakrobaten besser die Stimmungslage des Publikums. Und gewannen den „battle“ mit 262 zu 254 Punkten. Doch der Reihe nach…

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Der Europasaal der NRW Landesvertretung füllte sich am Freitagabend mit Slammern und Poetry-Neugierigen. Letztendlich konnte Sylvia Löhrmann, stellvertretende Ministerpräsidentin und Bildungsministerin in NRW, über 150 Gäste begrüßen. Hatte sie in ihrer Eingangsrede noch gescherzt, das Wesen des Poetry Slam („... Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger. Ausschlaggebend ist dabei, dass der Textvortrag durch performative Elemente und die bewusste Selbstinszenierung des Vortragenden ergänzt wird.“) erinnere sie doch sehr an die Berufsbeschreibung für engagierte Politiker/innen, so übergab sie die Bühne letztlich widerstandslos den „Rock’n Rollern der Literatur“.

Schnell vergewisserten sich dann die beiden wunderbaren und wortgewaltigen Moderatoren Wolf Hogekamp (Berlin) und Andreas Weber (Münster), dass die meisten der Anwesenden noch nie einen Poetry Slam selbst miterlebt hatten. Genauso schnell waren die Regeln erklärt, die Stimmkarten verteilt, die Zuhörerinnen und Zuhörer eingestimmt und angeheizt. Und die Vortragskünstlern zogen sie in ihren Bann. Das Publikum tobte und trieb die Applaus-Skala auf die Spitze. Ob Florian Wintels aus Paderborn sich über das Älter werden Gedanken machte, ob das Entfant terrible Andy Strauss seine Performance ablieferte, ob Sebastian Lehmann die jungen Bio-Hipster-Pärchen Berlins durch den (sicherlich fair gehandelten) Kakao zog oder ob Ken Yamamoto oder Micha El Goehre ihre Beziehungstexte ziselierten: Es war schwer, die Vorträge zu vergleichen. Denn alle waren in ihrer Art einzigartig, hervorragend.

Doch ein Sieger musste her: Und so schälte sich ohne Wehmut heraus, dass die Nordrhein-Westfalen ein guter Gastgeber, die Berliner aber die besseren Slamer waren. Ungekrönter König des Abends jedoch war Noah Klaus, der die Zahl seiner Fans mit seinen beiden Vorträgen sicher erheblich steigerte. Für ihn gab’s eine Flasche Sekt extra. Poetry Slam macht Geschmack auf mehr Wortakrobatik – die Landesvertretung NRW wird häufiger dazu einladen. Denn Kultur ist vielfältig. Gerade in Nordrhein-Westfalen.

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