Mit Herz und Verstand: Europa Erlesen mit Hatice Akyün

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Mit Herz und Verstand: Europa Erlesen mit Hatice Akyün
16. März 2017

Mit Herz und Verstand: Europa Erlesen mit Hatice Akyün

Hatice Akyün macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube. So sehr die 47-Jährige deutschtürkische Schriftstellerin auch hadert mit dem Gebaren des türkischen Präsidenten gegenüber „ihrem Deutschland“, so sehr appelliert sie daran, kühl und pragmatisch auf solch Großmäuligkeit zu reagieren.

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Ihre Lesung im Rahmen der Literaturserie „Europa Erlesen“ kann aktueller nicht sein in Tagen wie diesen, an denen das deutsch-türkische Staatsverhältnis derart gestört wirkt. Kaum ein Tag ohne neue Anschuldigungen oder Beleidigungen an die Bundesregierung, die ihrerseits bemüht ist, inmitten des aufgeheizten Wahlkampfs um das Präsidenten-Referendum mit Ankara den Konflikt herunterzudimmen.
Hatice Akyün ist die Tochter anatolischer Gastarbeiter, in Duisburg-Marxloh aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Sie ist Deutsche und Türkin, Journalistin und Autorin, Muslima und Mutter. Kurzum: eine Frau mit vielen Antennen und einem ausgeprägtem Gespür für Sprache und Botschaften. Zurzeit schaut auch sie reichlich irritiert auf die Türkei – mit ihrer deutschen Sozialisation, ihrem Demokratieverständnis und ihrer Verständnis von Meinungsfreiheit und Menschenrechten.
„Wir möchten Sie heute aber auch etwas entlasten von der Bürde, als Deutsche und Türkin jene Welt erklären zu müssen, die derzeit außer Rand und Band geraten scheint“, beteuert Gastgeber Volker Meier, der Bevollmächtigte des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin.
Und so appelliert Hatice Akyün daran, den türkischen Präsidenten nicht jene Aufmerksamkeit zu schenken, die er durch seine Tiraden zu erzielen versucht.  Viel lieber beschäftigt auch sie sich mit dem, was Türken und Deutsche jenseits von Politik aneinander haben – selbst wenn alle Beteiligten unter ihren Möglichkeiten bleiben. Aus eigenem Erleben schildert sie die Gefühls-Achterbahn einer Doppelstaatlerin zwischen Wutausbrüchen und Liebeserklärungen an ihr türkisch-deutsches Biotop. In der ihr eigenen amüsanten pointierten Art fasst Hatice Akyün dies auch in ihrem jüngsten Buch zusammen: „Verfluchte anatolische Bergziegenkacke – Oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand.“
Herz und Verstand erfrischend, steuern die Autorin und der Leiter des NRW-Literaturbüros, Michael Serrer, durch diesen Abend. Das Publikum dankt es ihnen sehr.  Hatice Akyün ist und lebt das, wofür und worüber sie schreibt. 2011 wurde ihr der Berliner Integrationspreis verliehen – für Ihre „herausragenden Beiträge zur aktuellen Debatte um Einwanderung und Integration und Ihr Engagement für ein demokratisches Miteinander“. Bereits 2009 hatten Sie den Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage erhalten.
 

 

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