22.10.2015 Islamischer Religionsunterricht ergänzt Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen

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Ministerin Sylvia Löhrmann am 22.10.2015 in der NRW-Landesvertretung in Berlin
22. Oktober 2015

Islamischer Religionsunterricht ergänzt Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen

NRW-Schulministerin Löhrmann will Zusammenhalt der Gesellschaft über Unterrichtsfach Islam stärken

Unter dem Eindruck täglich wachsender Zuwanderung von Schutzsuchenden aus dem islamischen Kulturkreis will Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann den islamischen Religionsunterricht schrittweise ausbauen.

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„In der Flüchtlingsdebatte ist es grundsätzlich wichtig, den Sinn und Zweck sowie die Chancen und Grenzen des islamischem Religionsunterrichts richtig einzuschätzen. So kann und soll er ausdrücklich nicht grundlegende Integrationsmaßnahmen für Neuankömmlinge – zum Beispiel Integrations- oder Sprachkursen – ersetzen“, sagte die Grünen-Politikerin während eines Kongresses in Berlin zum Islamunterricht an Schulen. „Aber Schülerinnen und Schüler erfahren es sehr wohl als Bereicherung ihres Unterrichts, in deutscher Sprache über ihre Religion sprechen zu können. Davon können wichtige Impulse für Gespräche und Begegnungen über das Schulleben hinaus ausgehen, auch mit Blick auf die Integration.“

Der Ausbaustand des islamischen Religionsunterrichts sei allerdings nicht der gesellschaftliche Gradmesser für eine gelungene oder nicht gelungene Integration. „Das Fach ist vielmehr Wertschätzung und Anerkennung für die vielen Muslime in unserem Land.“ Mit Blick auf Nordrhein-Westfalen sagte Löhrmann: „Das Angebot des islamischen Religionsunterrichts orientiert sich am Bedarf und wächst schrittweise auf. So schließen wir also gewissermaßen automatisch die Zuwanderung mit ein, aber das Wachsen des Angebots einschließlich der Strukturen braucht auch Zeit.“

Prof. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster, hielt einen mitreißenden Vortrag über die vielseitigen Forschungsfelder zum Islam, die es jungen Muslimen in Deutschland für ihr Leben in Deutschland zu vermitteln gelte. Zudem sei es wichtig, auch Aspekte wie „Gewalt im Koran“ nicht zu leugnen, sondern einzuordnen. „Wichtig ist der hermeneutische Schlüssel“, so Professor Khorchide – „und der liegt darin, die Barmherzigkeit des Korans in den Mittelpunkt zu stellen und sich auf die humanistische Lesart zu konzentrieren. Das ist unser Beitrag, die ernsthaften Ängste der Mehrheitsgesellschaft aus dem Weg zu räumen.“

Hintergrund:
Nordrhein-Westfalen hatte als erstes Bundesland zum Schuljahr 2012/13 den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht als ordentliches versetzungsrelevantes Unterrichtsfach eingeführt – zuerst an den Grundschulen, ein Jahr später an den Schulen der Sekundarstufe I. Mit dem laufenden Schuljahr 2015/16 nehmen bereits rund 13.700 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 176 Schulen am islamischen Religionsunterricht teil; über 200 Lehrkräfte haben die Lehrerlaubnis (Idschaza) erhalten.
 

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