„Integration im Schmelztiegel Ruhrgebiet - Hier funktioniert, worüber andere reden!“

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Gespeichert von Anja Yilmaz am 14. Oktober 2016
10.10.2016 - Podiumsdiskussion und poetry slam
10. Oktober 2016

„Integration im Schmelztiegel Ruhrgebiet - Hier funktioniert, worüber andere reden!“ (10.10.2016)

„Lebhaft und spannend war die Diskussion zum Thema „Integration im Schmelztiegel Ruhrgebiet - Hier funktioniert, worüber andere reden!“ am 10.10. in der NRW Landesvertretung.“

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Lebhaft war’s – sowohl auf dem Podium als auch im Gespräch mit dem Publikum. Manchmal  lehrreich – wenn Fakten neu eingeordnet und präsentiert wurden. Manchmal auch lustig – wenn das Besondere aus dem alltäglichen hervorgehoben wurde.
„Integration im Schmelztiegel Ruhrgebiet - Hier funktioniert, worüber andere reden!“ war der Abend des 10. Oktober 2016 betitelt, und die NRW Landesvertretung wollte in ihrer „Ruhrgebietswoche“ genau das zeigen: Während manche Protagonisten öffentlicher Debatten „bei der Integration“ nur Probleme erkennen wollen, machen andere sich seit vielen Jahren an die pragmatische Gestaltung des Zusammenlebens vor Ort. Gerade die Einwanderungsgesellschaft des Ruhrgebiets bietet dafür viele Beispiele für zupackendes und sehr konkretes Handeln.
 
So erlebte Moderator Jörg Thadeusz einen munteren Abend mit Seyhan Savas-Palberg von den Kulturmittlern bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG, Zeynep Babadagi-Hardt, die in Duisburg einen interkulturellen Pflegedienst betreibt und Andreas Bomheuer, Beigeordneter der Stadt Essen.
Bomheuer hob zum Beispiel hervor, dass „im Pott“ seit fast 250 Jahren Zuwanderung erlebt und gestaltet wird. Nicht immer konfliktfrei, aber zumeist pragmatisch. „Aus der Eifel und Mecklenburg kamen die ersten armen Einwanderer, weil sie hier Arbeit, Unterkunft und Essen fanden. Dann kamen Menschen aus Polen, Italien, Spanien, Türkei – jetzt kommen Flüchtende aus dem Nahen Osten oder Afrika. Aber immer erleben wir in unseren Städten (mehr als anderswo) – Normalität. Man hilft, packt an, ermöglichst den Neuankommenden sich einzureihen, ihren Platz zu finden.“
 
Das bestätigte auch Seyhan Savas-Palberg, die sehr anschaulich von der alltäglichen Betriebsratsarbeit im Duisburger Thyssen-Krupp Stahlwerk über ihre Erlebnisse und Konflikte berichtete. Erlebnisse einer jungen Frau in einem Werk von dessen13.000 Beschäftigten rund 14 % keine deutsch Pass haben. „
 Zu oft werden interkulturelle Unterschiede auch innerhalb der Belegschaft in den Vordergrund gestellt und manchmal sogar benutzt, um den einen gegen den anderen auszuspielen. Streitigkeiten und Ärger untereinander sind die Folge. Aber  Nicht Ausgrenzung und Diskriminierung darf im Vordergrund stehen, sondern ein von allen Seiten offenes, respektvolles Miteinander. Wir empfinden unsere Verschiedenheit als Bereicherung. Deswegen haben wir uns als Kulturmittler-Verein zusammengefunden und bauen aktiv Brücken.“

Eine ganz andere Welt zeigte Zeynep Babadagi-Hardt den Zuhörern auf, die mit ihrem interkulturellen Pflegedienst so ganz nah dran ist den menschlichsten Bedürfnissen. Und die unterscheiden sich eben: bei Tradition, Religion, beim Umgang mit Schmerzen oder auch im Zulassen körperliche Nähe. Hierbei auf die Signale hören und diese interpretieren zu können sei mindestens ebenso wichtig, wie die Sprache zu verstehen. Ihre lebhafte Schilderung täglicher Auseinandersetzung mit Krankheit, Pflege und den speziellen Bedürfnissen zog die Gäste sichtlich in den Bann.
 
Seine ganz eigene Sichtweise auf das Thema präsentierte Sulaiman Masomi.
Die Texte des Poetry Slammers „mit Migrationshintergrund“ sind urkomisch, bitterböse und vor allem einzigartig. Im Jahr 2013 wurde er NRW-Meister im Poetry Slam und war im selben Jahr Finalist der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Wortgewaltig schleuderte er seinen Bericht vom „Rat der Sprache“ ins Publikum oder beschwor mit seinem „bombigen“ Text die Zuhörer, nicht von äußerem Ansehen auf innere Überzeugungen zu schließen. Sulaiman Masomi, geboren in Afghanistan machte auch an diesem Abend seinem Ruf als Botschafter der deutschen Sprache wieder alle Ehre.
 

 
 

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