Europa erlesen

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Europa erlesen: Katja Petrowskaja
30. Mai 2016

Europa erlesen

Katja Petrowskaja liest im Rahmen der Veranstaltungsreihe

In leider spannungs- und konfliktreichen Zeiten in ihrer Heimat war die ukrainische Schriftstellerin Katja Petrowskaja Gast der Landesvertretung, um im Rahmen der Reihe „Europa Erlesen“ aus ihrem Roman „Vielleicht Esther“ vorzutragen.

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Katja Petrowskaja arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Medien. In „Vielleicht Esther“ spürt sie in kurzen Episoden ihren verschollenen und ermordeten Familienangehörigen nach, die während des Zweiten Weltkrieges aus Kiew verschleppt wurden und die sie nie kennenlernte: Da ist ihr Großonkel, der als Student ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau verübte. Ihr Urgroßvater,  der in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder gründete. Und die Großmutter des Vaters, Esther, die 1941 im besetzten Kiew allein zurückblieb.

 

Katja Petrowskaja gehört zur Generation der Fragenden. Und der Beobachtenden. Jahrgang 1970, geboren in Kiew, Studium in Estland, Promotion 1998 in Moskau, Wohnort seit 1999: Berlin. Katja Petrowskaja fragt sich, wie es so weit kommen konnte, dass ihr Land, die Ukraine, schon so lange im Krieg ist. Katja Petrowskaja findet Antworten: in Form von Erzählungen, von Fragmenten. Sie ist Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises.

 

Die 46-Jährige ist eine der wenigen jüngeren Schriftstellerinnen, die sich der Vergangenheit und der Geschichte ihrer Vorfahren widmen und in einem wachen Erzählstil am Leben erhalten.

Bei ihrem Debut in der Landesvertretung NRW las Katja Petrowskaja zudem aus ihrem Essay „Es war sonnig draußen, es roch nach Frühling“. Hier befasst sie sich mit den Anschlägen in Brüssel dieses Jahres. Protokollartig schildert sie darin, wie sie eigentlich einen ganz anderen Text über Brüssel schreiben wollte, als die Stadt plötzlich in einem Ausnahmezustand geriet, und wie sie nun versucht Worte zu finden, wo Sprachlosigkeit überwiegt. Die Zuschauer hatten reichlich Gesprächsstoff nach diesem Abend.

In unserer nächsten Ausgabe von „Europa Erlesen“ freuen wir uns, Sie nach der Sommerpause am 26. September begrüßen zu dürfen. Dann kommt Fikret Günes, Organisator der Buchmesse Ruhr, der sich seinerseits darauf freut, einen Autoren/eine Autorin seines Lese-Festivals auch in Berlin vorzustellen.

 

Wir werden Sie zeitnah informieren und wünschen Ihnen lesereiche, erholsame Sommerferien!

 

 

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