„Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians“

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09.03.2016 - Europa erlesen
9. März 2016

„Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians“

„Europa erlesen“

Der niederländische Schriftsteller Alfred van Cleef machte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europa erlesen“ Station in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens und stellte sein Reisebuch vor: „Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians“

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„Reisen braucht das Reisen nicht“ – aber Alfred van Cleef macht vor, wie gut es tut

Heinrich Böll soll es sein. Alfred van Cleef stellt sich lächelnd neben das Konterfei des Großen Kölners und lässt sich ablichten. Nein, in die großen Schuhe des Nobelpreisträgers schlüpft van Cleef freilich nicht – aber vor die Wahl gestellt, vor  welchem NRW-Prominenten aus dem Jubiläums-Kalender zum 70. Geburtstag von Nordrhein-Westfalens er fotografieren werden möchte, ist es eben der Literaturnobelpreisträger und Humanist Heinrich Böll, mit dem sich Alfred van Cleef verbunden fühlt.

Wenig später sitzt der niederländische Schriftsteller im Schein der Leselampe und liest aus seinem Buch vor.  Auch hier spricht ein Humanist, keine Frage. Alfred van Cleef macht im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europa erlesen“ Station in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens und  stellt sein Reisebuch vor: „Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians“
Denn irgendwann hat van Cleef seinen Rucksack geschnürt, ein kleines GPS-Gerät eingesteckt und ist losgelaufen – so gut es ging immer genau entlang des Nullmeridians Greenwich, von Nord nach Süd. 4800 Kilometer in fünf Monaten. Zu Fuß, mit Bussen, auf dem Rad, als Tramper. Er wollte reden. Mit Menschen, die an diesem von viel Meer unterbrochenem „Strich in der Landschaft“ leben.
Eines Tages stand er an der Küste Ghanas, van Cleefs Kopf war frei und voll zugleich. Entstanden ist ein Buch voller Neugier, Rätsel, Antworten und Episoden, die erklären, warum wir Menschen sind wie wir sind – was uns verbindet, trennt und doch zusammenbringt.

Schöner als sein Buch zu lesen ist nur noch, Alfred van Cleef zuzuhören, wenn er daraus vorliest. Die warme Stimme passt zur Bescheidenheit, mit der er das Interesse an seinen Auftritten beinahe staunend verfolgt. Nicht er steht im Mittelpunkt, sondern die Reise. Das Reisen. „Reisen braucht das Reisen nicht“, sagt er bestimmt und freut sich still über die verdutzte Reaktion auf diesen Satz. „Das Reisen beginnt im Kopf, mit der Bereitschaft, geistig beweglich zu bleiben.“ Er weiß, wovon er spricht.
Alfred van Cleef ist nicht nur Schriftsteller, sondern Journalist. Politischer Journalist. 1954 in Amsterdam geboren, schrieb er für große niederländische Tageszeitungen über Afrika, Asien, Südkorea und  Madagaskar. Als Auslandsreporter verarbeitete er seine Eindrücke der Balkankrise und -kriege  zwischen 1992 und 1995. Die Berichterstattung über die Zerrissenheit des Kunststaates Bosnien-Herzegowina ließ ihn nicht los – 1994 schrieb er die Geschichte „Die verlorene Welt der Familie Berberovic“.

Auf der Internationalen Tourismusbörse wurde „Die verborgene Ordnung“ zuletzt als „Das besondere Reisebuch“ ausgezeichnet. Die Vertretung des Landes NRW beim Bund präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro NRW seit zwei Jahren die erfolgreiche Reihe „Europa Erlesen“, in der renommierte AutorInnen lesen und zentrale europäische Fragen diskutieren: Für ein gemeinsames Europa.

Gewohnt belesen und lässig moderierte Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW diesen Abend vor fast 100 Gästen, der vom stellvertretenden Leiter der Landesvertretung, Gerhard Sauer, eröffnet und vom slowenischen Gitarristen Dan Grachel musikalisch begleitet wurde. 

Am 30. Mai begrüßt die NRW Landesvertretung die ukrainisch-deutsche Schriftstellerin und Journalistin Katja Petrowskaja, die 2013 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.
 

 

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