Deutschland gucken

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Gespeichert von Anja Yilmaz am 16. Juni 2016
14.06.2016 Deutschland gucken
14. Juni 2016

Deutschland gucken

Nur wenige hunderte Meter von der Fußball-Fanmeile im Berliner Tiergarten entfernt, konnten die Gäste der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen „Deutschland gucken“ - mit dem Gastspiel des Düsseldorfer Ko(m)mödchen.

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Die deutsche Mannschaft hatte an diesem EM-Gruppentag zwar spielfrei, aber die Spielzüge des Kommödchen-Quartetts waren titelverdächtig: Ein sprachliches Offensivspiel vom allerfeinsten, raffinierte Pässe, elegante Annahmen und pointensichere Treffer. Und jede Menge Anpfiffe. Kabarett eben.

Noch recht neu in der Mannschaftsaufstellung sind der Schauspieler Daniel Graf sowie der Kabarettist und Autor Martin Maier-Bode, die nun mit Maike Kühl und Heiko Seidel das Spiel bestimmen.

Einen Kapitän gibt es in diesem Spiel nicht, aber eine alte Dreierkette in der Story:!Die drei Freunde Dieter, Bodo und Lutz schauen sich seit Jahren schon gemeinsam alle Deutschland-Spiele im Fernsehen an. Immer zu dritt, immer die alte Gang, immer mit Bier, Pizza und viel Gejohle. Fußball schweißt sie zusammen, übertüncht viele Unterschiede, denn die Gemeinsamkeiten zwischen den dreien sind gar nicht so groß.

Und plötzlich bringt Bodo seine neue Freundin Solveig mit - und die schaut genau hin, erkennt genau das: Lutz, der Misantroph, verweigert sich seit Jahren jedem Leistungsgedanken. Dieter, der Malocher, reibt sich für seine Familie schier auf. Und Bodo, der Erb-Begünstigte, weiß mit sich und seinen Allüren nichts anzufangen, außer ordentlich anzugeben.

Das Mannschaftsgefüge ändert sich an jenem Abend auch deshalb so eindrücklich, weil Solveig als Dokumentarfilmerin am Beispiel der drei Freunde dokumentieren will, welche Auswirkungen ein deutscher Fußballsieg auf die deutsche Psyche hat.

Und plötzlich liegt jedes Wort, jede Bemerkung auf der Goldwaage. Es geht um Patriotismus, um Nationalismus, deutsche Geschichte, Europapolitik, den Daila Lama, um Gauchos - und um Stolz. Es wird gehörig politisch unkorrekt.

Das temporeiche Spiel des Kommödchen-Quartetts befeuern die Autoren Dietmar Jacobs, Christian Ehring und Martin Maier-Bode. Regisseur Hans Holzbecher hat mit nur einer Couch und wenig Mobiliar einen Fußballguckkasten gebaut, in dem die Mannschaft sich herrlich alle Bälle Zuspielen kann.

Das Publikum in der NRW Landesvertretung lässt sich von der ersten Minute an mitreißen, ist begeistert und geht auf der Sommerabendterrasse heiter in die Verlängerung.

Das nächste Mal sind die Deutschlandgucker des Düsseldorfer Kommödchen am 15./16.  November in Berlin. Bei den Wühlmäusen.
 

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