Preisverleihung des Wettbewerbs „Vernetzte Erde“ Staatskanzlei NRW 2013

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15. Juni 2013

Rede anlässlich der Preisverleihung des Wettbewerbs „Vernetzte Erde“ in der Staatskanzlei NRW

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- es gilt das gesprochene Wort -
 
Liebe Mitglieder des Tatort-Vereins,
liebe Mitglieder der Jury,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,
und vor allem: liebe Schülerinnen und Schüler,
Seien Sie alle von Herzen willkommen in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind, zur Preisverleihung des Wettbewerbs „Vernetze Erde“ heute nach Düsseldorf in das Stadttor zu kommen. Ich denke, das Ambiente unserer Staatskanzlei und der wunderbare Ausblick auf den Rhein und den Medienhafen bieten einen würdigen Rahmen für diesen schönen Anlass.
Sehr herzlich möchte ich Sie alle – die Mitglieder des Vereins „Tatort–Straßen der Welt“ ebenso wie unsere Preisträger – von Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft grüßen. Als Schirmherrin des Wettbewerbs hätte sie heute gern an der Preisverleihung teilgenommen, konnte das aber leider nicht einrichten. Daher freue ich mich als Ministerin für Eine-Welt-Zusammenarbeit sehr, heute als Gastgeberin unter Ihnen sein zu dürfen.
Der Wettbewerb „Vernetzte Erde“ verfolgt das Ziel, junge Menschen für die immer schwieriger zu verstehenden Zusammenhänge in unserer heutigen globalisierten Welt zu sensibilisieren und für die Auswirkung des eigenen Handelns auf Menschen an weit entfernten Orten, und sie zu einem bewussteren Nachdenken über das eigene Verhalten und einer Änderung des eigenen Lebensstils zu motivieren. Ich finde es großartig, dass der Wettbewerb „Vernetzte Erde“ damit, in einem Wort, das Ziel hat, junge Menschen für eine Gestaltung der Globalisierung zu gewinnen.
Kein Anliegen könnte aktueller und wichtiger sein. Die Entwicklungen, die wir mit dem Schlagwort „Globalisierung“ zusammenfassen, prägen heute den Alltag aller Menschen auf diesem Planeten, und sie sind nicht rückgängig zu machen. Die Globalisierung ist keine Erscheinung, die wieder verschwinden wird. Ihre grundsätzliche Ablehnung, mit der mancher unter uns sympathisieren mag, führt uns deshalb nicht weiter. Sie übersieht zudem, dass die Vernetzung der Erde auch Chancen birgt, gerade auch Chancen für die Entwicklungsländer und für die Ärmsten und Schwächsten dieser Welt.
Denn trotz vieler weiter bestehender Probleme wächst in unserer Einen Welt die Beachtung und Durchsetzung von Frauen-, Kinder- oder Arbeitnehmerrechten Schritt für Schritt. Zum Beispiel, wenn nach dem desaströsen Einsturz einer so genannten Textilfabrik in Bangladesch am 24. April dieses Jahres jetzt erstmals die Unternehmen unter ernsthaften öffentlichen Druck geraten, die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Auch das ist eine Folge der Globalisierung. Und dieses Beispiel zeigt, worauf es ankommt: Es kommt auf eine positive Gestaltung der Globalisierung an. Wir alle müssen uns deshalb die Frage stellen, was wir zu einer guten Vernetzung der Erde beitragen können. Diese Herausforderung begleitet uns in unserem ganzen Leben.
Liebe Schülerinnen und Schüler,
im Rahmen Eurer sehr unterschiedlichen Projekte habt Ihr Euch mit Ungerechtigkeiten und Schwierigkeiten der Globalisierung auseinandergesetzt. Die Probleme, mit denen ihr Euch beschäftigt habt – unfaire Handelssysteme, unzumutbare Lebens- und Arbeitsbedingungen, ökologische Schäden, Verlust an Artenvielfalt und weitere mehr – haben zahlreiche Ursachen. Sämtliche dieser Probleme haben aber mit einer global verflochtenen Welt zu tun, die bisher nur sehr unzureichend durch weltweit geltende Regeln gesteuert wird.
Wenn wir diese Situation verändern wollen, wenn wir die Vernetzung der Erde gestalten und lebenswert machen wollen, müssen wir auf allen Ebenen ansetzen. Wir müssen ansetzen bei den großen Regelwerken – etwa bei der Ausgestaltung von Handelsabkommen – ebenso wie auf der Ebene lokaler und regionaler Rechtsetzung, etwa durch neue Vergabegesetze, die den Rahmen setzen für eine faire und nachhaltige Beschaffung des Staates. Hier sind wir in Nordrhein-Westfalen jetzt gerade dabei, neue Wege zu beschreiten. Und wir müssen ansetzen bei der Veränderung von Lebens- und Wirtschaftsstilen im Großen wie im Kleinen, also auch bei unserem persönlichen Lebensstil und unseren Konsumgewohnheiten.
Die erfolgreiche Teilnahme – vor allem aber die Teilnahme überhaupt – an dem Wettbewerb „Vernetzte Erde“ ist ein wunderbarer Zugang zu diesen schwierigen Themen. Dass es bei der erst zweiten Austragung des Wettbewerbs bereits über 120 Einsendungen aus ganz Deutschland und sogar aus dem benachbarten Ausland gab, unterstreicht, wie hoch das Interesse an Fragen der Globalisierung bei jungen Menschen ist und wie schnell Ihr, liebe Wettbewerbsgewinner, Euch begeistern lasst für konkrete Projekte, die sich mit unserer vernetzten Welt auseinandersetzen. Wunderbar ist dabei die Fantasie, mit der Ihr neben der Darstellung von Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten auch viele tolle und konstruktive Lösungsvorschläge erarbeitet habt.
Allen Gewinnerinnen und Gewinnern des Wettbewerbs gratuliere ich deshalb schon jetzt – bevor es richtig spannend wird – zu ihrem Erfolg und hoffe, dass die Teilnahme an dem Wettbewerb der Beginn eines nachhaltigen Engagements für diese Eine Welt sein wird. Dem Tatort-Verein, unseren Kölner Tatort-Schauspielern danke ich von Herzen für ihr vorbildliches Engagement, und uns allen wünsche ich jetzt viel Freude an der sicher interessanten Preisverleihung.
 

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