europäissche Partnerstädte 2012

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15. September 2012

Eröffnungsrede der Ministerin anlässlich der Städtepartnerschaft der Stadt Meinerzhagen mit den europäisschen Partnerstädten Kampen, Niederlande und der Stadt Saint-Cyr-Sur-Loire, Frankreich

europäissche Partnerstädte 2012

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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Pierlings
Cher Monsieur le maire Briand
Geachte Heer Burgemeester Koelewijn Geachte Dames en Heren,
Chers Mesdames et Messieurs
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich freue mich sehr, dass ich heute die Gelegenheit habe, bei Ihrem großen Jubiläumsfest die Eröffnungsrede zu halten.
Het verheugt mij bijzonder, dat ik vandaag de eer heb bij uw grote jubileumsfeest de openingstoespraak te houden. 
Je suis trés heureuse d’avoir l’occasion d’avoir avec vous cette soirée de fête á l’occasion de l’anniversaire de vos jumelages.

50 Jahre Städtepartnerschaft der Stadt Meinerzhagen mit der niederländischen Stadt Kampen und 25 Jahre mit der französischen Stadt Saint-Cyr-sur-Loire. Also sozusagen eine goldene und eine silberne Hochzeit. Das ist nichts Selbstverständliches! Zu diesem Doppeljubiläum: Herzlichen Glückwunsch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Bereits seit 1961 pflegt die Stadt Meinerzhagen ihre Partnerschaft in die Niederlande. Zunächst mit der ehemaligen niederländischen Stadt Ijsselmuiden, die heute zusammen mit der ehemaligen Nachbarstadt Kampen die Stadt Kampen bilden. Am 12. April 1987 wurden dann von den beiden Bürgermeistern der Städte Meinerzhagen und Saint-Cyr-Sur-Loire die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet und damit eine weitere Städtepartnerschaft gegründet.
Damit reiht sich Meinerzhagen in die Liste der 795 Partnerschaften ein, die Kommunen in Nordrhein-Westfalen in anderen Ländern pflegen. Davon 246 mit Kommunen in Frankreich und 57 mit niederländischen Gemeinden.
Wie in Meinerzhagen wurden in den 60er Jahren viele Städtepartnerschaften von deutschen Kommunen mit Kommunen im europäischen Ausland geknüpft. Vor allem mit Gemeinden in Frankreich und Großbritannien. Hintergrund war es, die Schrecken des Krieges durch Begegnungen der Menschen miteinander aufzuarbeiten.
Der Wunsch nach Aussöhnung zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern, nach Frieden und Wohlstand und der Erkenntnis, dass persönliche Kontakte und das gegenseitige Kennen und Verstehen der Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben ist, bildeten die Grundlage für die ersten kommunalen Zusammenschlüsse. Der Ausspruch von Goethe: „Das sicherste Mittel ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten, finde ich darin, dass man sich wechselweise mitteile, was man tut” klingt wie ein Leitspruch für diese Partnerschaften. So dienen die Austausche im Rahmen von Städtepartnerschaften vor allem der Begegnung der Menschen miteinander, um einander kennenzulernen, die Unterschiede der Nationalitäten zu erleben und einander zu verstehen.
Durch die vielfältigen Kontakte und Einblicke konnte Vertrauen wachsen und wurden Freundschaften geschlossen. Dies, und davon bin ich überzeugt, war ein ganz wesentliches Fundament für ein friedliches Europa, wie wir es heute kennen, und ist es immer noch.
Diese Zusammenarbeit führte zu einem Mentalitätswechsel, der, das möchte ich anlässlich des in diesen Tagen gefeierten Jubiläums der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zur Deutsch-Französischen Verständigung vor fünfzig Jahren nicht unerwähnt lassen, überhaupt erst den Weg für die Unterzeichnung freimachte. Ohne den Mut dieser Menschen, Feindschaften und Vorurteile hinter sich zu lassen, hätten wir heute nicht das Europa, das für uns alle so selbstverständlich geworden ist – ein Europa, in dem wir friedlich zusammen leben und lernen, zusammen studieren, diskutieren und zuweilen auch streiten.
Gerade in der aktuellen Situation, in der Europa weniger mit seinen Errungenschaften, wie Frieden, Demokratie und Wohlstand, sondern mit Euro-Krise und wieder erstarkenden nationalistischen Strömungen assoziiert wird, sind die Städtepartnerschaften aus meiner Sicht aktueller denn je.
Sie haben daran mitgewirkt, dass die Menschen sich dem europäischen Gedanken geöffnet haben. Nun können sie entscheidend dazu beitragen, dass wir Europa durch die Krise führen. Denn nicht wer nationale Interessen gegen europäische Interessen stellt, sorgt für eine gute Zukunft unseres Landes. Ein starkes Nordrhein-Westfalen werden wir auf Dauer nur in einem starken Europa der Zusammengehörigkeit erhalten. Uns wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es den Menschen in allen Mitgliedstaaten gut geht.
Wie soll das Europa von morgen aussehen? Was erwarten die Bürgerinnen und Bürger von Europa? Ich bin überzeugt davon, dass dazu ein Gedankenaustausch über Grenzen hinweg erfolgen muss. Die Städtepartnerschaften können hierbei eine wichtige Rolle spielen, weil sie von Bürgerinnen und Bürgern getragen werden und die Menschen jenseits der – kaum noch spürbaren – Grenzen zusammenbringen.
Die Jugend ist dabei unsere große Chance! Für Jugendliche in Europa sind Entfernungen heute keine große Hürde mehr. Durch die neuen und interaktiven Medien entstehen heute mehr Freundschaften und Verbindungen denn je. Die Jugendlichen sind bereits in die Globalisierung hineingeboren, sie sind offen und mobil. Sie können Städtepartnerschaften enorm bereichern. Hier sehe ich für die Organisatorinnen und Organisatoren dieser Partnerschaften eine wichtige Aufgabe: Das Interesse der Jugendlichen für die Partner zu wecken, sie in den Austausch einzubeziehen und damit letztendlich für die europäische Idee zu begeistern.
Eine wichtige Säule sind dabei Schulpartnerschaften. Deshalb finde ich den regelmäßigen Austausch zwischen dem Collège de la Bechèllerie in Saint-Cyr-sur-Loire und der Realschule in Meinerzhagen eine wunderbare Sache!
II.
Meine Damen und Herren,
Auch bei Städtepartnerschaften geht es zu wie in einer Ehe: Es geht dabei manchmal auf und manchmal ab. Der Austausch muss lebendig bleiben, die „Eheleute“ müssen sich etwas zu sagen haben.
Deshalb unterstütze ich sehr, wenn sich die Partner über den kulturellen und sportlichen Austausch hinaus, mit inhaltlichen Fragestellungen befassen, die die Menschen – wie hier auf beiden Seiten des Rheins – gleich beschäftigen:
-         Wie können wir eine familienfreundliche Stadt gestalten?
-         Wie können notwendige Infrastrukturmaßnahmen mit ökologischen Ansätzen in Einklang                 gebracht werden?
-         Welche Lösungen gibt es für Müllvermeidung und -entsorgung?
-         Wie kann eine moderne kommunale Energieversorgung aussehen?
-         Wie gehen wir mit dem Älterwerden der Gesellschaft um? Um nur einige Beispiele zu nennen.
Für diese Fragen ist eine Vielzahl von Lösungen in Europa zu finden. Städtepartnerschaften können dazu dienen, im gegenseitigen Erfahrungsaustausch diese Fragen gemeinsam zu beantworten.
III.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss nur ganz kurz etwas zur Zusammenarbeit Nordrhein-Westfalens mit Frankreich und mit den Niederlanden sagen. Mit dem Elysèe-Vertrag vom Jahr 1963 ist ein intensiver Prozess der Verständigung und der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ins Leben gerufen worden. Frankreich ist heute der engste und wichtigste Partner Deutschlands in Europa. Ebenso enge Beziehungen gibt es zwischen Frankreich und Nordrhein-Westfalen. Mit Frankreich besteht das engste Netz an Schul- und Städtepartnerschaften, zahlreiche Institute und Programme tragen zu einem intensiven Dialog und kulturellem Austausch bei. Es gibt viele bilinguale Schulen in Nordrhein-Westfalen und für den Bereich Wissenschaft und Forschung möchte ich die integrierten deutsch-französischen Studiengänge erwähnen. Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist bedeutend, die französischen Unternehmen sind die stärksten ausländischen Investoren in unserem Land.
Auch die Beziehungen zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen sind ausgezeichnet. Wirtschaftlich stehen die Niederlande für unser Land noch vor Frankreich. Die enge Bindung ist nicht nur wegen der gemeinsamen Grenze und der identischen Größe vorhanden, sondern auf beiden Seiten ist das Bewusstsein gewachsen, zu einer gemeinsamen und zusammengehörigen europäischen Region zu gehören. Es gibt zahlreiche gemeinsame Projekte, Kooperationen und Arbeitsstrukturen, die diese Freundschaft prägen. Ich freue mich sehr, wenn Beziehungen durch Partnerschaften, so wie hier in Meinerzhagen unterstützt werden.
IV.
Meine Damen und Herren, ich hoffe, ich konnte deutlich machen, dass die Landesregierung in den Städtepartnerschaften ein wichtiges Fundament für eine vertrauensvolle Zukunft in Europa sieht. Ich wünsche Ihnen für die weitere Zusammenarbeit viel Erfolg, aber zunächst viel Spaß bei den Jubiläums- – oder wenn ich im Bild bleiben darf – „Hochzeitsfeierlichkeiten“ hier in Meinerzhagen.
 

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