23.11.2015 Europa erlesen

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Europa erlesen: Gila Lustiger
23. November 2015

23.11.2015 Europa erlesen

Gila Lustiger und das Trio "Wei3"

Wenn die in Paris lebende deutsche Schriftstellerin Gila Lustiger den mit 37 Jahren verblichenen und Zeit seines Lebens rastlosen, politisch unkorrekten Lyriker Arthur Rimbaud zitiert, dann können deren beider Botschaften nur jene Weltgewandtheit ausstrahlen, mit der vor allem das junge Frankreich dem aktuellen Terror trotzt: „Man ist nicht ernst, wenn man siebzehn ist.“

bislang nicht bewertet
 

So wie der 1891 verstorbene Rimbaud noch Bob Dylan, Henry Miller, Patti Smith, Jim Morrison oder Klaus Mann beeindruckte, so sehr versteht es Gila Lustiger in der NRW-Landesvertretung die heutige Ausprägung des savoir-vivre in Paris zu beschreiben.
Selbstredend ist diese Lesung aus ihrem jüngsten Roman „Die Schuld der anderen“ keine Lesung wie jede andere. Zu frisch sind die Eindrücke aus Frankreichs Metropole. Dennoch passt Lustigers Auftritt so eindringlich zum Titel der Reihe „Europa Erlesen“, zu der die Landesvertretung regelmäßig einlädt: Denn Gila Lustiger beschreibt auch die Bruchstellen ihrer neuen Heimat Frankreich, die Hoffnungslosigkeit muslimischer Jugendlicher, die sich in den stigmatisierten und stigmatisierenden Randbezirken „mit einen selbst gebastelten Islam nur eine Spur von Bedeutung geben“.   

So aktuell. So klar in der Analyse. Das Publikum ist schnell in den Bann der Autorin gezogen, dankbar für authentische Berichte und letztlich für die klare Ansage, die aus Paris in die Welt geht: „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“
Auch wenn Frankreichs Präsident Hollande dies mit Militäreinsätzen gegen die Terrororganisation Islamischer Staat unter der Direktive „Ein Land im Krieg“ flankiert? Während ihre deutsche Heimat über den Begriff Krieg räsoniert, weiß Gila Lustiger aus ihrer zweiten Heimat: „Es gibt hier keinen Widerspruch zwischen den Franzosen und dem Präsidenten, denn die Kriminellen haben dem Savoir-vivre den Krieg erklärt.“  

Das Jazz-Trio Wie 3 (Weimarer Dreieck) lässt mit dem Pianisten Jarry Singla aus Köln, dem Bass Maciej Garbowski aus Kattowitz und den Drummer Peter Orins aus Lille  genug Raum und musikalische Versunkenheit, um über all das nachzudenken. Das Konzert des Trios „WEI 3“ wurde von der Kunststiftung NRW finanziell unterstützt. Die Reihe „Europa erlesen“ in der NRW Landesvertretung wird im März 2016 fortgesetzt.

 

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