100 Jahre Böll – konservativ bewahrend, kritisch begleitend

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Gespeichert von Anja Yilmaz am 8. Dezember 2017
5. Dezember 2017

100 Jahre Böll – konservativ bewahrend, kritisch begleitend

Er wurde vor 100 Jahren geboren, starb 1985 und verdient einen Platz in jeder Gegenwart, erst recht der heutigen: NRW ehrt Heinrich Böll mit einer Lesung mit Iris Berben.

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Seine Romane „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und „Ansichten eines Clowns“ machten ihn zu einem der meist beachteten Autoren der Nachkriegszeit. Sein Lebensmotto „Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben“ machte ihn auch in der Tat zum Gewissen der Nation: Heinrich Böll bot Dissidenten aus Osteuropa und der Türkei Obdach, setzte sich für Flüchtlinge aus Vietnam ein, stritt mit politisch Linken wie Rechten und verschonte auch die Katholische Kirche nicht mit handfester Kritik. Gefragt, ob das Gebot der Menschlichkeit nicht auch Grenzen habe, beteuerte er, dass er einstige Nazi-Größen ebenso vor dem Ertrinken retten würde wie gekenterte Flüchtlinge. Aus Menschlichkeit.

Die Künstler und Literaturkenner, die Böll zu Ehren in die Landesvertretung gekommen sind, bemühen sich erst gar nicht, bessere Worte zu finden als der Literatur-Nobelpreisträger. Die Schauspielerin Iris Berben trägt mit aller Verve und persönlicher Überzeugung drei seiner Texte vor – seine Dankesworte für den Nobelpreis, die Kurzgeschichte „An der Brücke“ und die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“. Ihr ist die Freude an diesen Texten anzumerken. „Bölls Werk ist aktueller denn je, es gehört in den gesellschaftspolitischen Kanon“, sagt sie später.

Auch Professor Ralf Schnell, Herausgeber der 27-bändigen Böll-Ausgabe, preist „den Humanisten Böll, der allen Beteiligten heute Vorbild sein sollte“. Allzu gern zitiert er den Mann, mit dem er sich wie kaum ein zweiter Wissenschaftler beschäftigt: „Sprache, Liebe, Gebundenheit machen den Menschen zum Menschen.“ Der Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen, Jahrgang 1975, hat sich vor allem mit Bölls Irischem Tagebuch beschäftigt und selbst ein Irland-Buch geschrieben – in Bölls Schreibstube auf der Insel. Er sagt: „Böll wird vor allem junge Leser emotional und politisch berühren, denen die aktuelle Lage nicht gleichgültig ist. Er kann ein gutes Gerüst liefern.“
Michael Serrer, Moderator und Leiter des Literaturbüros NRW, fasst zusammen: „Böll ist konservativ bewahrend und kritisch begleitend. Er war jenseits von Parteien die Stimme des Gewissens. Den Geburtstagsabend vor mehr als 200 Gästen beschließen die Musiker und Songschreiber Rolly und Benjamin Brings. Sie vertonen Böll-Gedichte – selbstredend auf Kölsch.

 

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